Über das Hobby - Was ist Amateurfunk?

Amateurfunk ist das Hobby, wo sich Menschen mit Technik beschäftigen, Funkgeräte bauen und ohne eine Draht- oder Internetverbindung miteinander kommunizieren.

Etwa 2,9 Mio. Funkamateuere weltweit sind in unterschiedlichen nationalen und regionalen Vereinigungen organisiert, in Deutschalnd ist es der Deutsche Amateur Radio Club e.V. - DARC e.V.

Was ist Amaterufunk in 60 Sekunden erklärt:

Video: Amateurfunk - das Hobby (Dauer ca.13min)

Quelle: DARC e.V. (Imagefilm)

Funkamateure haben unterschiedliche Interessen und somit auch unterschiedliche Betätigungsfelder im breiten Bereich unseres Hobbys.

Konstruktion und Selbstbau

Dazu gehört auf jeden Fall Beschäftigung mit der Technik, entweder als Bau einzelnen Komponenten oder als auch Verbindung unterschiedlicher Geräte zu einem funktionierenden System.

Eine einfache Funkstation muss mindestens 3 Komponenten beinhalten, die zusammen funktionieren: eine Energiequelle (z.B. Netzteil oder Batterie), ein Funkgerät zum Senden und Empfangen, sowie eine Antenne. Alle Komponenten müssen mir entsprechenden Leitungen verbunden werden, z.B. die Antenne muss i.d.R. an einer exponierten Stelle, entfernt von der Station stehen, damit sie Funkwellen möglichst gut und weit gesendet werden können, i.d.R. gehört noch ein Mikrofon/Morsetaste dazu. Die durchschnittliche Funkstation ist noch etwas komplexer aufgebaut. Für unterschiedliche Frequenzen und Betriebsarten sind unterschiedliche Zusatzkomponenten erforderlich, meistens mehrere Antennen oder Antennensysteme, die mit speziellen Einrichtungen Antennenumschaltern gewählt werden, ergänzt mit hohen Masten, Antennen-Drehgeräten (Rotoren), Empfangsvorverstärkern, Ausgangsverstärkern (Endstufen), usw. Besonders anspruchsvoll sind die Funkstationen, die für Wettbewerbe verwendet werden, dazu mehr unten.

DXen

Auch das DXen, also die Herstellung von Funkverbindungen mit möglichst seltenen oder weit entfernten Stationen ist eine beliebte Disziplin des Amateurfunks und wird zu den Funksportarten gezählt (Wikipedia). Als Nachweise der erfolgreichen Funkverbindungen dienen sog. QSL-Karten, gedruckte „Zertifikate“ die per QSL-Bureau (spezielle Post die weltweit nur für QSL-Karten aufgebaut ist) oder per Post versendet werden.

Die Errungenschaften auf diesem Gebiet werden mit unterschiedlichen Diplomen bescheinigt, z.B. DX Century Club Award (DXCC) wo es eine Honor Roll-Liste der weltweit besten gibt. Es gibt auch Sammler der seltenen Inseln (IOTA) oder der Stationen, die von Bergspitzen (SOTA) arbeiten. Die Reichweite kann, abhängig von der Arbeitsfrequenz, auch mit speziellen Betriebsarten erweitert werden. So können z.B. Polarlicht, Sternschnuppen, Satelliten, Flugzeige oder sogar der weit entfernte Mond (EME) als Reflektor genutzt werden, um Stationen in größerer Entfernung zu erreichen. In allen dieser Disziplinen gibt es entsprechende Wettbewerbe und Ranglisten.

Conteste (Amateurfunkwettbewerbe)

Bei fast allem, was Menschen so treiben, macht es ab einer bestimmten Leistungsebene erst richtig Spaß, wenn man sich mit gleichgesinnten im sportlichen Kräftemessen vergleicht. Ein Contest ist ein Wettbewerb unter Funkamateuren und somit ein Teil des Funksports.

Hier haben Funkamateure einen großen Vorteil, sie sind im Äther auch dann zusammen, wenn jeder bei sich zuhause bleibt (und das schon lange vor virtuellen Treffen in Internet und Corona-bedingtem „mobilen Arbeiten“ möglich).

Bei einem Contest geht es darum, in einem definierten Zeitraum (meistens 24 oder 48 Stunden) möglichst viele Funkverbindungen (QSOs) auf bestimmten Frequenzen und in bestimmten Betriebsarten zu erreichen. Dabei zählt neben der „Menge“ auch die Qualität - jeder Wettbewerb hat spezielle Regeln und einen eigenen Punktesystem, wo bestimmte Stationen „gejagt“ werden sollen die mehr Punkte bringen als andere. Es gibt, wie bei anderen Sportarten auch, unterschiedliche Kategorien: Einzelteilnehmer oder Teams, niedrige oder hohe Leistung, usw.

Im Unterschied zu einem gewöhnlichen Sportwettbewerb, sind die Teilnehmer unterschiedlicher Kategorien gemeinsam „in der Luft“ und auf ersten Blick nicht voneinander zu unterscheiden. So können z.B. auch Anfänger mit den weltweit Besten interagieren. Die Anfänger lernen dabei von den Besten, die Besten müssen sich bei Bedarf an die Anfänger anpassen, damit eine Verbindung zustande kommt, weil diese ihnen auch wertvolle Punkte bringt. Erst bei der Prüfung und Zusammenstellung der Ergebnisse wird jeder nach seiner Kategorie bewertet und nur mit Teilnehmern seiner Kategorie verglichen. Für die Besten, pro Land, Kontinent oder weltweit gibt es attraktive Plaketten, Pokale und Diplomen.

Manchmal wird die ganze Ausrüstung auf hohe Bergspitzen getragen und dort aufgebaut, um von einer größeren Höhe eine größere Reichweite sicher zu erreichen. Einen besonderen Anreiz stellen Wetbewerbe in Telegrafie (Morse-Zeichen) dar, wo diese mit sehr hoher Geschwindigkeit gesendet und empfangen werden. Da kann ein Außenstehender staunen, aber mit ziemlicher Sicherheit wird er nichts davon verstehen können, auch wenn er Morse-Zeichen mal gesehen oder gehört hat.

Wie es bei einem Contest mit einem Operator etwa klingt, kann man in diesem tollen Video von CT1CJJ (Conteststation CR6K) sehen.

Um bei einem Contest unter den besten zu sein, werden nicht nur die Gerätschaften an ihre Leistungsgrenzen getrieben. Auch die Operatoren gehen für diese 24 oder 48 Stunden an ihre geistigen und körperlichen Grenzen. Sie müssen auch in der Lage sein, sich bei sehr kurzen Pausen und Schlafphasen wieder ausreichend zu regenerieren um bis zum Ende durchhalten zu können. Im Kampf um die vorderen Plätze müssen auch noch ganz spezielle Techniken angewandt werden: beim sog. SO2R-Betrieb bedient der Operator zwei Funkgeräte gleichzeitig, macht die Verbindungen mit einem Ohr und sucht gleichzeitig mit dem anderen Ohr die nächsten geeigneten QSO-Partner. So führt er quasi zwei unterschiedliche "Kurzgespräche" gleichzeitig. In diesem Video von ZF2MJ sieht man wie so etwas funktioniert.

In einem anderen Video von YV1KK kann man den SO2R-Betrieb auf dem PC-Bildschirm verfolgen (für volles Erlebnis sind hier Stereo-Kopfhörer erforderlich, da in linken und rechten Ohr zum Teil unterschiedliche Dinge laufen).

Dafür ist, wie bei jeder Sportart regelmäßige Übung und entsprechende Vorbereitung erforderlich.

In einem Teamwettbewerb ist es noch „spannender“. Da sitzen mehrere Operatoren nebeneinander. Alle „schreien“ gleichzeitig, jeder für sich in sein Mikrophon, und doch alle verfolgen das gleiche Ziel und helfen einander, z.B. indem sie seltene Stationen für einander vermitteln und diese so auf mehreren Frequenzen gearbeitet werden können. Hier, ein Beispile von der Conteststation LZ5R:

So kommen mehr Punkte zusammen, die am Ende über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

Ähnliche Bilder sind bei uns oft zu sehen.


Last update: 30.12.2021 (DK4SR)